Meghan Markle und die fortwährende Monotonie ihrer Existenz
Diejenigen, die auf eine kreative Wende gehofft hatten, werden erneut enttäuscht: Die zweite Staffel von „With Love, Meghan“ bietet viel vom Altbekannten – wenig überraschend, da sie parallel zur ersten Staffel produziert wurde. Es gibt allerdings einige Veränderungen, die zumindest andeuten könnten, wohin die Reise in Zukunft gehen mag.
Schon die ersten 30 Sekunden der neuen Staffel lassen jegliche Hoffnung schwinden. Empfangen wird der Zuschauer wieder vom selben (gemieteten) Schein-Haus in Montecito mit dem perfektionierten Garten und der makellosen Landhausküche, in der die Gastgeberin nach jeder Kochorgie strahlend und ohne Makel erscheint. Und dann ist da noch Meghans alter Beagle Guy, der müde aus seinem Körbchen schaut.
Diejenigen, die die Tortur durchstanden und alle acht Folgen der ersten Staffel gesehen haben, wissen, dass die zweite Staffel nicht der erhoffte künstlerische Durchbruch für die Herzogin von Sussex sein wird. Guy, der in den letzten Episoden der ersten Staffel starb, erscheint nun zumindest in den ersten Folgen der neuen Staffel wieder lebendig dösend in der Küche. Dies bestätigt die Vermutung, dass beide Staffeln im Herbst 2024 in Kalifornien gedreht wurden.
Die erste Staffel erwies sich für Meghan – und damit auch für das Geschäft des abtrünnigen Ex-Royal-Paares – als Fiasko: Sie schaffte es nicht einmal unter die Top 300 des Streaminganbieters im ersten Halbjahr, ebenso wenig wie Harrys „Polo“-Dokumentation.
Lange wurde an der Ausstrahlung der zweiten Staffel von „With Love, Meghan“ gezweifelt, ebenso wie an der Verlängerung des Netflix-Vertrages. Berichte über Entlassungen von Angestellten in Montecito, Kalifornien, wegen immenser Lebenshaltungs- und Sicherheitskosten zirkulierten, ebenso wie Nachrichten über Harrys vorsichtige Annäherung an das britische Königshaus.
Mitte August wurde schließlich doch bekannt gegeben, dass Netflix und die Produktionsfirma Archewell Productions ihre Zusammenarbeit verlängern. Allerdings – und das wurde eher klein gehalten – nicht mehr im Rahmen eines millionenschweren Exklusivdeals wie zuvor. Netflix sicherte sich lediglich ein „First-Look“-Recht auf künftige Produktionen aus dem Hause Sussex. Das bedeutet: Vorkaufsrecht ja, Abnahmepflicht nein.
Kommen wir zurück zu Staffel zwei von „With Love, Meghan“. Sie wurde zusammen mit dem neuen Netflix-Deal Ende August angekündigt und heute – ohne großes PR-Brimborium – veröffentlicht. Wieder umfasst die Staffel acht Folgen à knapp 40 Minuten, spielt im bekannten Ambiente und ist in den ersten vier Episoden keinen Deut besser.
In diesen Folgen lädt Meghan erneut Freunde ein, die sie entweder noch nie oder, wie das Model Chrissy Teigen, seit vielen Jahren nicht mehr gesehen hat. Einzige Konstante bleibt ihr langjähriger Visagist Daniel, der auch diesmal wieder alles großartig finden muss und dabei stets so tut, als sei er völlig überrascht von dem, was offensichtlich penibel arrangiert wurde.
Auch der Rest ist zunächst wie gehabt: Meghan bastelt kleine Give-aways für ihre Gäste in ihrer Bastelstube oder bereitet kulinarische Kleinigkeiten für sie vor. Dann wird gemeinsam gekocht, und am Ende versichert man sich auf die allerklebrigste Art, was für einen einmaligen Tag man miteinander verbracht habe. Freundschaft fürs Leben – darunter machen es Meghan und ihre Gäste nicht. Vermutlich sieht man sich ohnehin nie wieder.
Das eigentliche Problem – jenseits der Glaubwürdigkeit solchen Überschwangs – ist jedoch: Man erfährt so gut wie nichts wirklich Substanzielles über die Gäste, die ohnehin kaum bekannt sind. Es handelt sich um Kochbuchautoren, Köche, Podcaster oder Schauspielerinnen aus Meghans Vergangenheit, denn im Mittelpunkt muss stets Meghan selbst stehen. Über ihr aktuelles Leben aber erfährt man ebenfalls herzlich wenig – offenbar ist, um es mit dem ehemaligen Fußballer und Hobbyphilosophen Thorsten „Kasalla“ Legat zu sagen, „echte Authentischkeit“ nicht erwünscht.
Da zudem in diesem teflonartigen Umfeld auch keine Faszination für Genuss oder Kochen aufkommen kann, sind gerade die ersten vier Folgen vor allem eines: rasend öde. Angesichts des Kulturkampfes, der in den USA zwischen Liberalen und MAGA-Anhängern tobt – besonders in Kalifornien – wirkt diese Heile-Welt-Ästhetik noch entrückter als schon in Staffel eins.
Im American Football spricht man von „Adjustments“, also Anpassungen, wenn in der Pause eines Spiels die Trainer den „Game Plan“ ändern. Ohne das Personal großartig austauschen zu können, wirkt es danach oft wie ein völlig anderes Spiel. Die Macher der Doku haben ab Folge fünf offenbar Ähnliches versucht.
In den letzten vier Episoden geht es eindeutig stärker ums konkrete Kochen, die Protagonisten rücken mehr in den Vordergrund, und es gibt auch mehr Ausflüge in die Umgebung – zu einem Olivenbauern, einem Weingut oder auf den Fischmarkt von Santa Barbara. Es passiert deutlich mehr, und auch der Servicecharakter wird stärker betont.
Am besten die ersten vier Folgen skippen
In drei der letzten vier Folgen dürfen die eingeladenen Köche also nicht länger bloße Staffage sein, sondern wirklich das Heft in die Hand nehmen. Zum Glück handelt es sich dabei nicht mehr um beliebige „Chefs“, sondern um Menschen, zu denen Meghan tatsächlich eine persönliche Verbindung hat.
So etwa Clare Smyth, die sich in ihrem Londoner Restaurant „Core“ in Notting Hill drei Sterne erkochte – und für Harry und Meghan nicht nur das Hochzeitsmenü zubereitete, sondern die beiden schon zuvor regelmäßig als Gäste begrüßte. Oder die Kochbuchautorin Rhadi Devlukia und ihr Mann, der Podcaster Jay Shetty, die offenbar tatsächlich Freunde des Paares aus der Nachbarschaft sind. Wenn Rhadi, indischstämmig und in London aufgewachsen, ein veganes Süßkartoffel-Grüne-Bohnen-Curry mit Naan-Fladenbrot kocht oder Clare Smyth auf Sterne-Niveau einen Heilbutt zubereitet, dann entsteht erstmals so etwas wie echte Hitze in der Küche von Montecito.
Zum Abschluss schließlich tritt der spanische Koch José Andrés auf, der zusammen mit Meghan eine Paella für die Crew zaubert – und sich innerhalb weniger Minuten als Entertainer erweist, der die Show spielerisch an sich reißt.
In diesen Folgen findet Meghan als staunende Assistentin, die hilft und nachfragt, zumindest kurzzeitig eine passende Rolle. Auch der am Ende jeder Episode eingeblendete QR-Code, der auf eine Netflix-Seite mit allen Rezepten verweist, ist ein sinnvolles „Adjustment“. Doch bei aller Liebe: So richtig retten können auch diese Anpassungen Meghans Serie nicht.
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Larissa Vogler ist Kulturjournalistin mit einer Leidenschaft für Filme, Serien und Shows. Sie liebt es, unentdeckte Perlen aufzuspüren und ihre Leser mit neuen Ideen zu begeistern.