Raubtierkapitalismus: Ein unerwartetes Happy End!

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Von : Larissa Vogler

Raubtierkapitalismus mit Happy End


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Kapitalismus der Raubtiere mit einem Strahlen am Ende

Die US Open bieten nicht nur sportliche Höchstleistungen, sondern auch dramatische Momente. Ein besonders herzloser Moment ereignete sich im Zuschauerbereich, als ein Erwachsener einem Kind ein Souvenir direkt vor der Nase wegschnappte. Doch wie es im Dschungel des Tennisplatzes heißt: „Es ist nicht vorbei, bis es vorbei ist.“

Ob es nun der Einfluss des letztjährigen Films „Challengers“, der die sinnliche Seite des Tennissports beleuchtet, oder die neue Frisur von Carlos Alcaraz ist, spielt letztlich keine Rolle. In jedem Fall sind die US Open eine Quelle der Unterhaltung, selbst für diejenigen, die einen Top-Spin nicht von einem Slice zu unterscheiden wissen.

Die Tränen des jungen US-Spielers Ben Shelton, der wegen einer Schulterverletzung ausscheiden musste und wie ein Kind weinte. Die Beschimpfungen von Jeļena Ostapenko gegenüber Taylor Townsend nach deren Sieg, ohne sich für einen Netzroller entschuldigt zu haben. „Vielleicht nicht das Klügste, was man in New York über eine Amerikanerin sagen kann“, äußerte sich die Geschmähte später, und merkte an, dass sie nun wenigstens spannenden Content für TikTok habe – ein wirklich schlagfertiger Konter.

Am aufschlussreichsten und amüsantesten war jedoch ein Vorfall, bei dem der polnische Tennisspieler Kamil Majchrzak einem kleinen Jungen im Publikum eine signierte Kappe überreichen wollte. Ein nebenstehender Mann griff jedoch blitzschnell zu und entwendete die Kappe. Der Junge protestierte, während der Dieb die Beute kühl in eine Tüte steckte. Wie sich später herausstellte, war der Mann der CEO eines polnischen Unternehmens, der sich damit rühmte, einfach schnell genug gewesen zu sein. Zudem drohte er dem empörten Online-Publikum mit Klagen.

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„If you were faster, you would have it“ könnte glatt ein literarischer Nobelpreis-Anwärter sein. Diese 37 sorgfältig gewählten Zeichen (inklusive Leerzeichen) fassen das Wesen des reinen Kapitalismus zusammen: Wettbewerb und Rücksichtslosigkeit. Kürzer lässt sich Prosa kaum fassen. Dass man Schwächere nicht benachteiligen sollte? Warum nicht? Dass der Junge verzweifelt nach der Kappe griff? Wen kümmert’s? Kinder sollten früh lernen, dass das Leben ein Wettrennen ist und Fairplay ein Luxus.

In den letzten Jahren wurde heftig debattiert, ob es angemessen ist, junge Menschen dem Konkurrenzkampf und Leistungsdruck auszusetzen. Während die einen Notenfreie Zeugnisse als Segen betrachten, sehen andere in einem Bundesjugendspiel ohne Sieger eine Farce. Der Unternehmer aus Polen mag aus der Ferne unsympathisch wirken, doch überraschend wäre es nicht, wenn er zu einer Partie Tennis oder Golf nach Mar-a-Lago eingeladen würde. Sein Raubtierinstinkt und seine Klagefreudigkeit passen nur zu gut zum aktuellen Zeitgeist und zum Hausherrn.

Auch der amerikanische Ballhawk Zack Hample, der seit Jahren unzählige ins Publikum geschleuderte Baseballs gefangen hat, wird beschuldigt, diese rücksichtslos Kindern wegzuschnappen. Gerade weil das Benachteiligen von Minderjährigen so offensichtlich falsch und unmoralisch ist, liegt darin etwas Erfrischendes. Immerhin, objektiv betrachtet, ist niemand zu Schaden gekommen.

Auch für den Jungen in Roland Garros endete die Geschichte glücklich. Kamil Majchrzak spürte ihn auf und traf sich mit ihm, um ihm handsignierte Fanartikel zu überreichen. Selbst im Darwinismus des Tennisplatzes gilt also: „Es ist nicht vorbei, bis es vorbei ist.“

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Nachdem unser Autor Adriano Sack lange über seinen Hund Jack geschrieben hat, widmet er sich mit seiner Kolumne „Smile“ nun einem neuen Thema.

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