Rote-Bete-Saft: Ein persönlicher Test
Disclaimer: Ich bin absolut koffeinsüchtig. Ich konsumiere so viel Kaffee, dass der Barista in meinem Stammcafé mir regelmäßig davon abrät. “Das ist schlecht für dein Herz!”, bekomme ich zu hören, wenn ich um 8 Uhr morgens meinen üblichen Triple-Shot Flat White bestelle, um in den Tag zu starten. Auch im weiteren Tagesverlauf greife ich zu Cola oder sogar gelegentlich zu Koffeintabletten. Mein Bedarf an Stimulanzien ist also enorm.
Rote-Bete-Saft: Eine koffeinfreie Alternative zum Wachbleiben?
Seit meiner Schwangerschaft muss ich meine Koffeinaufnahme auf 200 mg täglich beschränken, was ungefähr zwei Single-Shot-Kaffees entspricht. Das macht es sehr schwer für mich, morgens aufzuwachen, was nicht ideal ist, wenn man ein Kleinkind und einen Job hat. Ich musste also nach einer Alternative suchen.
Bei meiner Suche im Internet bin ich dann auf den „Fatigue Fighter“-Saft von Planet Organic gestoßen, der als ultimativer Wachmacher beworben wird. Der Saft besteht hauptsächlich aus Rote Bete, Apfel, Orange, Sellerie und Ingwer. Ich entschied mich, diesen Saft selbst zu testen und begann, täglich 250 ml davon zu trinken.
Ein Monat mit Rote-Bete-Saft: Mein Resümee
Ich bestellte eine Großlieferung meines Rote-Bete-Saftes bei Planet Organic. Wenn ihr jedoch nicht so bequem seid wie ich und gerne selbst zubereitet, könnt ihr den Saft auch einfach selbst herstellen. Dazu muss man lediglich eine frische Rote-Bete-Knolle würfeln und mit Apfel-, Orangen- und Selleriesaft (Mengen nach Geschmack) sowie etwas frischem Ingwer in einen Mixer geben.
An einigen Tagen trank ich den Saft direkt zum Frühstück, an anderen über den Tag verteilt. Wichtig zu erwähnen: Ich habe den Saft nie als Mahlzeitenersatz verwendet, sondern immer zusätzlich zu meiner normalen Ernährung getrunken. Nachdem ich verschiedene Routinen mit meinem Rote-Bete-Saft ausprobiert hatte, stellte ich fest: Der Energie-Boost funktioniert am besten am Nachmittag. Für jemanden wie mich, der nicht auf seinen geliebten Morgenkaffee verzichten möchte, aber nach dem Mittagessen noch einen langen Nachmittag mit Zoom-Meetings überstehen muss, könnte Rote-Bete-Saft tatsächlich die perfekte Alternative sein. Ohne die üblichen Angstzustände oder den Energieabfall nach einem kurzen Kaffee-Hoch.
Was die Langzeiteffekte des Rote-Bete-Safts angeht, so bin ich vollkommen überzeugt: Nach nur einem Monat fühle ich mich fast wieder so energiegeladen wie vor der Schwangerschaft und verzichte zusätzlich auf meinen üblichen Nachmittagskaffee. Ein schöner, unerwarteter Nebeneffekt: Seit ich täglich ein Glas Rote-Bete-Saft trinke, strahlt meine Haut viel mehr als zuvor.
Rote-Bete-Saft: Was sagen Experten zu den Vor- und Nachteilen?
Zu meiner persönlichen Erfahrung mit dem Rote-Bete-Saft kommt noch die fachliche Einschätzung hinzu. Falls ihr überlegt, ein ähnliches Experiment zu starten, könnte euch die medizinische Bewertung der Vorteile und möglichen Nebenwirkungen des täglichen Rote-Bete-Konsums interessieren.
Die klinische Ernährungsberaterin Evelina Sabonaityte und Dr. Katy Kasraie erläutern die Vor- und möglichen Nachteile des Rote-Bete-Safts. Spoiler: Rote Bete kann nicht nur das Energielevel steigern, sondern auch bei der Entgiftung des Körpers helfen und das Immunsystem stärken.
- Reich an Vitaminen und Mineralien: Rote Bete ist eine Schatzkiste wichtiger Vitamine und Mineralien, darunter Folat (Vitamin B9), Mangan, Kalium, Eisen und Vitamin C.
- Fördert die Herzgesundheit: Das in der Roten Bete enthaltene Nitrat wird im Körper zu Stickstoffmonoxid umgewandelt, was zur Erweiterung der Blutgefäße beiträgt und den Blutfluss sowie den Blutdruck verbessert.
- Unterstützt die Lebergesundheit: Rote Bete enthält Betain, das die Leber bei der Entgiftung unterstützt und Entzündungen verringert.
- Hilft der Knochengesundheit: Rote Bete ist reich an Nitraten, die für die Knochengesundheit wichtig sind, und enthält weitere knochenfördernde Nährstoffe wie Folsäure, Vitamin C, Magnesium und Kupfer.
- Verbessert die sportliche Leistung: Aufgrund der hohen Nitratkonzentrationen, die nach dem Verzehr in Stickstoffmonoxid umgewandelt werden, unterstützt die rote Knolle sogar die Fitness. Die gefäßerweiternde Wirkung von Stickstoffmonoxid auf die Blutgefäße kann die Sauerstoff- und Nährstoffversorgung der Muskeln und verschiedenen Organe verbessern und so die sportliche Leistung steigern.
- Reduziert Stress und Angstzustände: Rote Bete enthält Uridin, eine Substanz, die zur Aufrechterhaltung eines normalen Dopaminspiegels beiträgt und die Belohnungs-, Emotions- und Lustzentren des Gehirns steuert.
- Unterstützt die Darmgesundheit: Der hohe Ballaststoffgehalt von Roter Bete ist wichtig für die Erhaltung der guten Darmmikrobiome, die die Verdauung fördern und bei entzündlichen Darmerkrankungen helfen können.
Der Ernährungsberater Lee Mitchell weist darauf hin, dass es wichtig ist, sich der möglichen negativen Nebenwirkungen bewusst zu sein, die Rote-Bete-Saft mit sich bringen kann. Obwohl Rote-Bete-Saft eine gute Ergänzung zu einer ausgewogenen Ernährung sein kann, gibt es einige Punkte, die beachtet werden sollten:
- Nierensteine: Rote Bete enthält von Natur aus viele Oxalate – also Verbindungen, die bei Risikopatienten zur Bildung von Nierensteinen beitragen können. Wenn Sie in der Vergangenheit bereits Nierensteine hatten oder zur Bildung von Nierensteinen neigen, ist es ratsam, Rote-Bete-Saft nur in Maßen zu konsumieren und vorher einen Arzt zu konsultieren.
- Blutzuckerspiegel: Rote Bete enthält mäßig viel natürlichen Zucker, und der Verzehr großer Mengen von Rote-Bete-Saft könnte den Blutzuckerspiegel beeinflussen, insbesondere bei Menschen mit Diabetes. Bei Diabetes ist es wichtig, den Blutzuckerspiegel zu überwachen und einen Arzt zu konsultieren.
- Magen-Darm-Beschwerden: Bei manchen Menschen können bei übermäßigem Verzehr von Rote-Bete-Saft Magen-Darm-Beschwerden wie Blähungen oder Durchfall auftreten. Die schrittweise Einführung von Rote-Bete-Saft in die Ernährung kann dem Verdauungssystem helfen, sich anzupassen.

