Anne, die bemerkenswerte Prinzessin: Engagiert, bodenständig und fleißig
Prinzessin Anne zeigt wenig Interesse daran, den Medien zu gefallen, dennoch zählt sie zu den fleißigsten und beliebtesten Mitgliedern des britischen Königshauses. Sie feiert nun ihren 75. Geburtstag, ein Anlass, um ihren einzigartigen Stil, vergangene kleine Skandale und ihre Vorliebe für Kiwis zu beleuchten.
Während oft Harry und Meghan oder König Charles mit Spekulationen über ihre persönlichen Umstände in den Schlagzeilen stehen, bleibt ein Mitglied der britischen Königsfamilie meist abseits des medialen Trubels: Prinzessin Anne, auch bekannt als Princess Royal, eine Ehre, die ihr die Queen mit 37 Jahren verlieh, als Anerkennung ihrer Hingabe und Treue zur Krone.
Als einzige Tochter von Queen Elizabeth II. ist sie laut Verfassungsexperte Craig Prescott von der Royal Holloway University of London „schon seit Langem eines der beliebtesten Mitglieder der königlichen Familie“. Anne ist bekannt für ihre Zugänglichkeit und Schlagfertigkeit und hat Großbritannien 1976 als leidenschaftliche Reiterin bei den Olympischen Spielen in Montréal vertreten. „Und sie wird als frei von Skandalen angesehen.“ Diesen Freitag, den 15. August, vollendet sie ihr 75. Lebensjahr.
Zu ihrem Geburtstag lehnte Anne Interviews ab und plante keine große Feier. Es ist ihr wichtig, dass die Aufmerksamkeit auf den zahlreichen Wohltätigkeitsorganisationen liegt, für die sie sich engagiert. Mehr als 100 Vertreter dieser Organisationen hat sie zu sich in den Buckingham Palast eingeladen.
Sie ist sichtlich in sich ruhend
Bereits mit 20 Jahren übernahm sie 1970 das Amt der Präsidentin bei Save the Children, einer wichtigen internationalen Organisation für Kinderrechte. Ihr Einsatz ist vorbildlich: Mit klarer Haltung, Empathie und außerordentlicher Reise- und Arbeitsbereitschaft besuchte sie Hilfsprojekte auf allen Kontinenten. Für ihre Bemühungen wurde sie 1990 sogar für den Friedensnobelpreis nominiert.
In einer Zeit, in der die Öffentlichkeit begierig auf jedes noch so kleine skandalöse Detail aus dem Leben der Royals ist, konzentriert sich Prinzessin Anne hauptsächlich darauf, ihre Pflichten zu erfüllen. Bei ihren ersten öffentlichen Auftritten wirkte sie noch unsicher und unbeholfen.
Negative Schlagzeilen machte Anne mit 19 Jahren, als sie sich während eines öffentlichen Auftritts lautstark über den „verdammten Wind“ beschwerte. „Man lernt es auf die harte Tour“, kommentierte sie später: „Es gibt keine Schule für das Royal-Sein.“
Den Medien optisch und charakterlich zu gefallen, lehnt sie ab: Sie unternimmt keine „Stunts“ für Fotografen und Kameraleute, erklärte sie. Ihre Garderobe wird von einigen als eher „zweckmäßig“ beschrieben; eine Sportbrille von Adidas trägt sie seit Jahrzehnten.
Mittlerweile gilt die Nummer 18 der Thronfolge als äußerst zugänglich – und beweist das bei Hunderten von Auftritten pro Jahr. Kein Mitglied der britischen Royals nimmt so viele Termine wahr wie sie: Im vergangenen Jahr waren es 474; ihr Bruder, König Charles, kam „nur“ auf 372 (er musste auch zeitweise wegen seiner Krebsbehandlung pausieren). Was sie dafür braucht: eine Kiwi, um den Tag zu überstehen – das hat ihre Tochter Zara Tindall verraten.
Aus ihrem Umfeld wurde der Zeitung „The Times“ mitgeteilt, dass Prinzessin Anne im gleichen Tempo bis zu ihrem 80. Geburtstag weiterarbeiten möchte. Danach plane sie, es zunehmend ruhiger angehen zu lassen, bis sie dann mit 90 Jahren endgültig in den Ruhestand gehen möchte – ähnlich wie ihr Vater Prinz Philip.
Viele Menschen erkennen mittlerweile an, dass Anne eines der fleißigsten Familienmitglieder ist, wenn nicht sogar die fleißigste Royal, sagt Prescott. Das werde „sehr geschätzt“. Besonders in Kreisen von Monarchie-Anhängern, weniger so bei jenen, die lieber von dem in die USA ausgewanderten Prinzen Harry lesen.
Keine Skandale – nur eine gescheiterte Ehe
Manchmal verschmelzen die Themen der Royals. So hat das Königshaus vor wenigen Tagen die Verlobung von Annes Sohn, dem Neffen des Königs, Peter Phillips, mit seiner Freundin Harriet Sperling bekannt gegeben. Sohn Phillips hat nach einer frühen Entscheidung von Anne und ihrem ersten Ehemann Mark Phillips keinen royalen Titel. Gleiches gilt für Tochter Zara Tindall.
Eines der großen Themen nach der Bekanntgabe war: Kommt es bei der Hochzeit zur großen Versöhnung zwischen Harry und Thronfolger Prinz William? Die beiden zerstrittenen Söhne von König Charles III. sind schließlich Cousins von Peter Phillips – und sollten eingeladen sein. Was Anne wohl dazu sagt?
Auch Anne kennt sich mit gescheiterten Beziehungen aus: Ihre erste Ehe mit Mark Phillips zerbrach in den 1990er-Jahren. Es folgte eine schnelle zweite Ehe mit Timothy Laurence, einem Marineoffizier, die bis heute besteht. In einer Familie, deren Skandale und Trennungen regelmäßig weltweit in der Boulevardpresse abgearbeitet werden, ist Anne eine Ausnahmeerscheinung: diskret, verlässlich, präsent. Und schlagfertig.
Wie ihr Vater, der 2021 verstorbene Prinz Philip, dessen Lieblingskind sie gewesen sein soll, hat Anne eine Neigung, Sprüche zu klopfen. Zu Übungen, an denen sie als Ehrenoffizierin des Militärs immer wieder am Steuer von Panzern teilnahm, sagte sie vor einigen Jahren: „perfekt für den Trafalgar Square, löst einfach alle deine Probleme!“ Der Platz im Zentrum Londons ist notorisch von Stau geplagt.
Die Netflix-Serie „The Crown“ hat zuletzt wesentlich dazu beigetragen, das öffentliche Bild der Royals neu zu zeichnen. Auch Prinzessin Anne wurde in der Serie porträtiert – und zwar überraschend differenziert als intelligente, sarkastische und manchmal rebellische Figur, die oft zwischen den Erwartungen der Familie und ihrem eigenen Willen pendelt. Das hat der „echten“ Prinzessin viele Sympathien eingebracht.
In der Serie wird sie als die vielleicht normalste aller Windsors gezeichnet – mit erwähntem trockenem Witz, klarer Haltung und wenig Interesse an höfischen Intrigen. Die reale Prinzessin gab zu, einige der frühen Folgen gesehen zu haben. Sie war nur überrascht, als die Schauspielerin Erin Doherty in einem Interview erzählte, man habe zwei Stunden für ihre Frisur gebraucht, um sie wie Prinzessin Anne aussehen zu lassen. Die „echte“ Prinzessin sagte, sie bräuchte höchstens zehn bis 15 Minuten.
„Jeder Tag ist ein Bonus“
Die Lockerheit mag in ihrer Jugend begründet sein. Diese verlief nämlich etwas anders als beim Royal nach Maß. Als erste Prinzessin im britischen Königshaus wurde sie nicht nur von Privatlehrern unterrichtet, sondern ging auf eine weiterführende Schule.
Ihre Liebe für Pferde, die Teil des innigen Verhältnisses zu ihrer Mutter war, führte sie als Medaillengewinnerin bei europäischen Meisterschaften bis zu den Olympischen Spielen. Noch heute ist sie dem Sport und den Tieren tief verbunden.
Allerdings brachte ihr die Leidenschaft für das Reiten auch mehrere Gehirnerschütterungen ein. Zuletzt wurde Anne, die in den 1970er-Jahren einem Entführungsversuch entging, im vergangenen Jahr von einem Pferd erfasst und musste in einer Klinik behandelt werden. „Man wird deutlich daran erinnert, dass eigentlich jeder Tag ein Bonus ist“, sagte sie später. „Es erinnert einen daran, dass man nie genau weiß, ob etwas passiert und man sich vielleicht nicht mehr erholt.“
dpa; AFP
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Larissa Vogler ist Kulturjournalistin mit einer Leidenschaft für Filme, Serien und Shows. Sie liebt es, unentdeckte Perlen aufzuspüren und ihre Leser mit neuen Ideen zu begeistern.