Weihnachten zu teuer? So können Sie trotzdem feiern!

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Von : Larissa Vogler

Wenn Weihnachten so teuer ist, dann will ich es nicht mehr


Artikeltyp:Meinung

Weihnachten soll Freude bringen, nicht Pleite

Ein Adventskranz, der plötzlich 40 statt 30 Euro kostet, manche sogar Hunderte. Ein Schokoladenkalender für 60 Euro. Und gebrannte Mandeln, die fast ein kleines Vermögen kosten. Trotz aller Freude am vorweihnachtlichen Konsum – hier hört der Spaß auf.

Ich möchte nicht als Weihnachtsmuffel gelten, immerhin bin ich kein genereller Gegner des Festes – anders als die stachelhaarige Figur aus dem Dr.-Seuss-Klassiker. Doch die finanziellen Auswüchse rund um die angeblich schönste Zeit des Jahres lassen meine Laune sinken, vergleichbar mit der des grünen Weihnachtshassers.

Das „Fest der Liebe“ hat sich dieses Jahr endgültig auch zum „Fest des Geldausgebens“ gewandelt. Wer nicht gerade im Geld schwimmt, verliert – wie ich – schnell die Freude am Schmücken, Backen und Schenken.

Ein besonderer Schock sind die Preise für Adventskränze. Ich bin seit Jahren ein Bewunderer von „Blumen Marsano“ in Berlin, ein Geschäft, das ich auch persönlich für den Kauf einer Vase aufgesucht habe. Die dort angebotenen Sträuße, Gestecke und Adventskränze beeindrucken mich stets durch ihre einzigartige Gestaltung.

Aber warum kostet ein Kranz mit Dutzenden von gelb-goldenen Samt- und Glitzerschleifen und vier Kerzen, die insgesamt 110 Stunden brennen, unglaubliche 559 Euro? Das letzte Bild der Galerie des Angebots zeigt die Aufschlüsselung der einzelnen Komponenten, die den Preis rechtfertigen sollen: die Kerzen 100 Euro, die Dekoration 250 Euro, die Arbeitszeit 175 Euro. Andere, ähnlich dekorierte Kränze starten bei 246 Euro. Zum Vergleich: Auszubildende Floristen verdienen im ersten Lehrjahr zwischen 850 und 950 Euro.

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Ist das schon Kunst?

Natürlich kann man argumentieren, dass niemand gezwungen ist, so viel Geld für Weihnachtsdekoration auszugeben, wenn er nicht möchte. Und qualitativ hochwertige Handarbeit hat ihren Preis, keine Frage. Auch der Hinweis auf die „Freie Marktwirtschaft“ ist absolut legitim. Aber lohnt sich das wirklich? Unter den Branchen, die besonders vom Weihnachtsgeschäft profitieren, finden sich Floristen nicht – Spielwaren, Unterhaltungselektronik und Bücher sind die Spitzenreiter.

Seit wann ist es normal, 90 Euro für ein einfaches Gesteck aus Tannengrün, vier Kerzen, einigen getrockneten Orangenscheiben und Kunststoffäpfeln zu zahlen? Oder handelt es sich bei der Arbeit des Geschäfts Turkenburg in Düsseldorf vielleicht um florale Kunst, die ich einfach nicht verstehe? Eine Anfrage beim Fachverband Deutscher Floristen, ob vielleicht getrocknete Clematis vitalba, duftende Gewürznelken, Haselnüsse oder Zimtrinde (laut Verband aktuelle Weihnachtsdeko-Trends) die Preise in die Höhe treiben, blieb unbeantwortet. Bedauerlich.

Letztlich wird es wohl der Kranz aus dem Supermarkt oder Baumarkt für etwa 30 Euro sein, den man bei Bedarf noch verschönern kann. Denn der Versuch, den Adventskranz komplett selbst zu gestalten, scheitert auch. Eine Kollegin bringt jedes Jahr denselben Strohkranz zum Floristen ihres Vertrauens, um ihn neu mit Tannengrün umbinden zu lassen. Dieses Jahr kostete der Service 40 Euro statt 30 wie noch im Vorjahr.

Für einen echten Weihnachtsbaum werden sich laut Statista Consumer Insights dieses Jahr übrigens nur 44 Prozent entscheiden; 27 Prozent nehmen einen künstlichen, 24 Prozent gar keinen. Warum wohl?

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Sogar der Frustverzehr fällt schwer. Drei Euro für eine Packung Dominosteine? 200 Gramm gebrannte Mandeln ohne „Veredelung“, mit Nutella oder Ähnlichem, für sieben Euro? Das verlangte gerade ein Händler auf einem eher kleinen Weihnachtsmarkt in einer nordrhein-westfälischen Kleinstadt. In einer Familie mit Mutter, Vater und zwei Kindern bekommt damit jeder, sagen wir, ungefähr fünfeinhalb Mandeln. Dafür muss ich nicht bei zwei Grad im Nieselregen stehen.

Auch der Verzicht auf die traditionell genossenen Schokospieße – sechs Euro für fünf Erdbeeren – fällt schwer, ist aber machbar. Laut Statistischem Bundesamt zahlen wir aktuell durchschnittlich 21,8 Prozent mehr für Schokolade als noch im Oktober dieses Jahres. Eine Tafel kostete sogar ein Drittel mehr. „Obwohl die Rohstoffpreise für Kakao seit einem Jahr stetig sinken, wird Schokolade im Supermarkt immer teurer“, kritisierte die Verbraucherzentrale Hamburg zu Recht. „Diese drastischen Preiserhöhungen treffen vor allem Menschen, die nicht so viel Geld haben.“

Der Adventskalender der ebenfalls von mir geschätzten Berliner Manufaktur Sawade, die älteste der Hauptstadt, kostet mittlerweile 60 Euro. 24 Pralinen hinter einem von Illustratorin Clare Owen gestalteten Weihnachtsbaum-Motiv. Kurz vor der Pandemie lag der Preis noch bei der Hälfte.

Das ist mehr als fünf Jahre her – aber ein Anstieg um 50 Prozent? Come on. Zwei Varianten, mit und ohne Alkohol, sind laut Homepage bereits ausverkauft; es gibt also genügend Kunden, die bereit sind, so viel zu zahlen – was ich für das Unternehmen begrüße. Normal finde ich die Preise trotzdem nicht, da bin ich dann doch gern der Grinch.

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In diesem Kommentar geht es mir nicht darum, die Arbeit von Floristen, Patissiers oder Verkäufern auf Weihnachtsmärkten abzuwerten. Gute Arbeit verdient, wie erwähnt, einen angemessenen Preis; dieser drückt letztendlich Wertschätzung aus. Aber dass dieser Preis wenigstens ansatzweise realistisch bleibt, ist doch nicht zu viel verlangt.

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