Roh-Ingwer im Selbstversuch: Mein Resümee nach einem Jahr
Es ist mal wieder soweit! Die Tage werden kürzer, und bei humaneren Energiepreisen würden wir die Heizung höher drehen. Viele haben das Gefühl, von einer Erkältung in die nächste zu rutschen.
Dieses Gefühl begleitet mich schon mein ganzes Leben, unabhängig von der Jahreszeit. Schon als Schülerin reichte es, neben einem erkälteten Kind zu sitzen, und am nächsten Tag war ich selbst krank. Ein Besuch beim Hausarzt endete fast immer damit, dass ich mit einer neuen Krankheit nach Hause ging, die im Wartezimmer kursierte. Während andere sich schnell erholten, war ich oft wochenlang außer Gefecht gesetzt. Kurzum: Mein Immunsystem war sehr schwach.
Die genauen Ursachen meiner schwachen Immunabwehr waren unklar, obwohl ich im Laufe der Jahre verschiedene Diagnosen erhielt: Zöliakie, eine dauerhafte Autoimmunerkrankung durch Glutenunverträglichkeit, Thalassämie, eine Erkrankung der roten Blutkörperchen, und eine chronische Darmentzündung. All diese Faktoren können das Immunsystem schwächen, aber eine eindeutige Erklärung blieb aus. Klar war nur, dass ich so nicht weiterleben wollte und konnte.
Ich überlegte, wie ich ohne großen Aufwand und ohne teure Immuninfusionen meine Abwehrkräfte stärken könnte. Eine der ersten Empfehlungen, die man fast überall liest, ist Ingwer. Mir war klar, dass wenn ich mein Immunsystem wirklich stärken wollte, ich das mit dem Ingwer länger durchhalten musste als nur einige Tage. Also entschied ich mich für ein Jahr der Selbsttherapie mit der ungekochten Wurzel, um keine Wirkstoffe durch das Kochen zu verlieren.
Roh-Ingwer: Die Lösung für ein starkes Immunsystem? Mein Selbstversuch
Ingwershots waren mir zu teuer, also wandte ich mich direkt der Hauptzutat zu: der Ingwerwurzel selbst. Um das Maximum an Wirkung zu erzielen, nahm ich den Ingwer roh zu mir, was anfangs gewöhnungsbedürftig war. Der Ingwer hinterließ ein intensives, brennendes Gefühl auf der Zunge und im Rachen. Ich begann damit, morgens und nachmittags jeweils 5 Gramm schnell zu schlucken, um den Kontakt mit dem Mund möglichst gering zu halten, doch bald gewöhnte ich mich an das Ritual.
Nach drei Monaten der täglichen Einnahme kleiner Stücke der scharfen Wurzel wurde meine neue Widerstandsfähigkeit auf die Probe gestellt, als eine Freundin, die bei mir übernachtete, ernsthaft krank wurde. Meine kleine Wohnung wurde zu einem Virenschleuder, aber ich blieb gesund.
Jetzt, mehr als ein Jahr später, unterbreche ich meine Ingwerroutine nur noch im Urlaub. Obwohl ich nicht behaupten kann, mich nie mehr krank zu fühlen, gehe ich deutlich gestärkter durch den Winter und das ganze Jahr. Ein zusätzlicher Bonus ist, dass ich nicht mehr so leicht krank werde, was auch mental sehr entspannend ist. Ich muss nicht mehr sofort den Platz wechseln, wenn jemand in der U-Bahn neben mir niest.
Roh-Ingwer: Was eine Expertin über die gesundheitlichen Vor- und Nachteile sagt
Vielleicht fragt ihr euch, wie viel wirklich am Ingwer liegt und ob nicht auch ein Placebo-Effekt mitspielt. Deshalb habe ich nach einem Jahr noch einmal eine Expertin konsultiert. Reema Pillai, Ernährungsberaterin für pflanzliche Ernährung bei Dietitian Fit, erklärt, dass Ingwer tatsächlich antivirale und antibakterielle Eigenschaften besitzt, die das Immunsystem unterstützen können. Zudem hilft Ingwer, Entzündungen zu reduzieren, was sich positiv auf die Immunabwehr auswirkt. Gingerol, eine entzündungshemmende Substanz in Ingwer, reduziert entzündungsfördernde Marker, die sonst unsere Immunfunktion beeinträchtigen könnten. Chronische Entzündungen erhöhen das Risiko für bestimmte Krankheiten und schwächen die Immunabwehr.
Die Expertin weist darauf hin, dass Ingwer nicht nur präventiv nützlich ist, sondern auch helfen kann, wenn man bereits erkrankt ist. Es gibt zwar keine Belege dafür, dass Ingwer die Genesung beschleunigt, aber er kann das Immunsystem bei der Bekämpfung von Bakterien oder Viren unterstützen und dazu beitragen, die Schwere der Symptome zu verringern.
Die Ernährungsberaterin hat zudem eine gute Nachricht für alle, die es mit der Ingwer-Kur versuchen wollen: Der tägliche Verzehr von Ingwer führt selten zu Nebenwirkungen, solange man die empfohlene tägliche Menge von 2 bis 4 Gramm nicht dauerhaft überschreitet. Bei übermäßigem Verzehr könnten Magen-Darm-Probleme wie Sodbrennen oder Krämpfe auftreten. In diesem Fall wäre es wichtig, die Menge insgesamt oder die Häufigkeit der Einnahme zu reduzieren, fügt Pillai hinzu.
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Elina Kreuzer ist Expertin für Beauty-Rituale, die natürliche und moderne Pflege vereinen. Ihre Mission ist es, Menschen dabei zu helfen, durch einfache Tipps ihre innere und äußere Schönheit zu entfalten.
