Geschlechtsspezifische Schlafunterschiede: Warum Frauen mehr Ruhe benötigen
Wie es zu diesen Unterschieden kommt, was das konkret für den Schlafbedarf bedeutet und warum die Forschung zu weiblichem Schlaf noch in den Anfängen steckt, haben wir mit der Expertin für Frauengesundheit Dr. Aileen Alexander erörtert.
Geschlechtsspezifische Schlafbedürfnisse: Frauen benötigen mehr Schlaf
Neuere Studien und Umfragen belegen, dass Frauen im Durchschnitt mehr Schlaf benötigen als Männer. Nach Erkenntnissen des Schlafzentrums der Loughborough University benötigen sie je nach individuellem Typ und Arbeitsbelastung durchschnittlich etwa eine halbe Stunde mehr pro Nacht. Dabei gibt es Frauen, die mit den oft zitierten acht Stunden zurechtkommen, während andere neun bis zehn Stunden benötigen.
Nicht nur die Menge des benötigten Schlafs unterscheidet sich zwischen den Geschlechtern, sondern auch die Auswirkungen von Schlafmangel sind bei Frauen sowohl physisch als auch psychisch gravierender. Dies belegte eine Studie der Duke University. Außerdem schlafen Frauen, obwohl sie mehr Schlaf benötigen, oft schlechter als Männer, wie Untersuchungen der Medizinischen Fakultät in Leipzig zeigen.
Doch wie kommt es überhaupt zu diesem „Gender Sleep Gap“?
Ursachen des „Gender Sleeping Gap“
Dr. Aileen Alexander führt verschiedene Faktoren an, die zu diesen Unterschieden im Schlafbedarf führen. Ein Überblick:
1. Hormone
„Physiologisch gesehen spielen die weiblichen Hormone eine große Rolle im Schlafverhalten“, erklärt Dr. Alexander. „Von der Menstruation über Schwangerschaft bis hin zur Menopause – all diese Phasen können sich durch erhebliche hormonelle Veränderungen negativ auf den Schlaf auswirken. Generell wird daher angenommen, dass Frauen einen größeren Schlafbedarf haben und auch häufiger ein Bedürfnis nach einem Mittagsschlaf entwickeln.“
Zudem seien Frauen aufgrund ihres Hormonhaushalts stärker von Schlaflosigkeit betroffen und wachten häufiger auf, was zu einem gesteigerten Schlafbedarf in den Morgenstunden führen kann, um den Schlafverlust der Nacht auszugleichen.
2. Unterschiedliche Gehirnaktivität
Nach Ergebnissen des Loughborough University Sleep Research Centers benötigen Frauen wegen komplexerer neurologischer Prozesse längere Erholungsphasen nachts, um Erlebtes und Gedachtes zu verarbeiten.
3. Unterschiedliche tägliche Belastungen
Zusätzlich zu biologischen Faktoren spielt auch die Verteilung der täglichen Pflichten eine Rolle. Dr. Alexander weist darauf hin, dass Frauen häufiger für die nächtliche Versorgung von Kindern oder älteren Angehörigen aufstehen und auch im Haushalt und bei der Kinderbetreuung stärker eingebunden sind, was ihren höheren Schlafbedarf erklären könnte.
Warum die Forschung zum Schlafbedarf von Frauen noch in den Kinderschuhen steckt
Dr. Alexander betont die Schwierigkeit, allgemeingültige Aussagen über den Schlafbedarf von Frauen zu machen oder diesen in genauen Minuten festzulegen. Die Lebensrealitäten der Studienteilnehmerinnen sind zu unterschiedlich und die Forschung zu diesem Thema ist noch relativ jung. Ein weiteres Problem ist der sogenannte „Gender Health Gap“, der sich aus der Tatsache ergibt, dass die medizinische Forschung oft vom männlichen Körper als Norm ausgeht.
Es ist daher von großer Bedeutung, dass die Forschung in diesem Bereich voranschreitet, da Schlafmangel mit vielen Krankheiten verbunden ist. Im Schlaf reparieren wir unseren Körper, festigen Erinnerungen und tanken neue Energie. Regelmäßiger Schlafmangel erhöht das Risiko für Herzkrankheiten, Diabetes, hormonelle Störungen, Immunerkrankungen, Fettleibigkeit und Depressionen.
Statt darauf zu warten, dass die Forschung ausreichend Fortschritte macht und spezifische Schlafempfehlungen für Frauen entwickelt, empfiehlt Dr. Alexander, die eigenen Schlafgewohnheiten kritisch zu hinterfragen. Fühlen wir uns morgens oft erschöpft? Neigen wir dazu, abends die Bettzeit hinauszuzögern? Wenn ja, dann könnte es Zeit für eine neue Routine sein, die unserem Körper zugutekommt – bis die von Männern dominierte Gesundheitsforschung auch Frauen ausreichend berücksichtigt hat.
Drei Tipps für eine verbesserte Schlafroutine
Eine gesunde Schlafroutine ist der Schlüssel zu erholsamen Nächten, besonders für Frauen, die oft mehr Schlaf benötigen. Mit diesen Tipps kannst du deine nächtliche Erholung optimieren:
Tipp 1: Feste Schlafzeiten einhalten
Geh möglichst jeden Abend zur gleichen Zeit ins Bett und stehe jeden Morgen zur gleichen Zeit auf, um deinen natürlichen Schlaf-Wach-Rhythmus zu unterstützen.
Tipp 2: Schlafumgebung optimieren
Sorge für ein möglichst dunkles und ruhiges Schlafzimmer. Schalte elektronische Geräte mindestens eine Stunde vor dem Schlafengehen aus, um die Produktion des Schlafhormons Melatonin nicht zu stören.
Tipp 3: Entspannungsrituale einführen
Finde eine Methode, um den Geist vor dem Schlafen zu beruhigen, sei es durch Meditation, ein warmes Bad oder geleitete Atemübungen. Das hilft dir, schneller einzuschlafen und tiefer zu schlafen.
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Es ist außerdem wichtig, auf die Signale deines Körpers zu hören und deinen individuellen Schlafbedarf ernst zu nehmen – denn wer sich morgens erholt fühlt, macht alles richtig.
Was genau versteht man unter dem Begriff „Gender Sleep Gap“?
Der „Gender Sleep Gap“ beschreibt die Unterschiede in der Schlafqualität und den Schlafproblemen zwischen den Geschlechtern, wobei Frauen häufig schlechter schlafen als Männer.
Warum leiden Frauen laut Studien physisch und psychisch stärker unter Schlafentzug als Männer?
Frauen sind aufgrund hormoneller Schwankungen und psychosozialer Faktoren physisch und psychisch anfälliger für die Auswirkungen von Schlafmangel als Männer.
Welche Rolle spielen hormonelle Veränderungen für das Schlafbedürfnis von Frauen?
Hormonelle Veränderungen, wie die des Menstruationszyklus, der Schwangerschaft und der Menopause, beeinflussen das Schlafbedürfnis von Frauen, indem sie die Schlafqualität und -dauer durch Schwankungen in Östrogen und Progesteron beeinträchtigen.
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Elina Kreuzer ist Expertin für Beauty-Rituale, die natürliche und moderne Pflege vereinen. Ihre Mission ist es, Menschen dabei zu helfen, durch einfache Tipps ihre innere und äußere Schönheit zu entfalten.
