Glukose-Sensor im Eigenversuch: Zwei Wochen lang Blutzuckerüberwachung
„Hast du Diabetes? Bist du krank? Warum tust du das?“ – solche Fragen wurden mir gestellt, als ich meinen Freunden und meiner Familie erzählte, dass ich vorhabe, meine Blutzuckerwerte zwei Wochen lang zu verfolgen. Es herrschte größtenteils Verwunderung und Skepsis, da niemand sofort verstand, warum ich, eine bisher glücklicherweise gesunde Person ohne Vorerkrankungen, meinen Glukosespiegel messen lassen wollte.
„Glukose-Monitoring“ ist einer der aktuellen Trends und wird zunehmend beliebter – auch bei gesunden Menschen wie mir. Der kleine Stich in den Finger, den die meisten mit Diabetes in Verbindung bringen, ist vielen bekannt. Ich erinnere mich noch gut daran, wie mein Großvater regelmäßig seinen Blutzucker mit einem Bluttropfen aus dem Finger messen musste. Aber was genau ist eigentlich „Glukose“?
Glukose: Der Treibstoff unserer Zellen
Der Blutzuckerspiegel zeigt den Zuckergehalt im Blut an und verändert sich je nach Nahrungsaufnahme. Meist wird er in Milligramm pro Deziliter angegeben und informiert uns darüber, wie viel Zucker in unserem Blut gelöst ist. Glukose ist ein natürlich vorkommendes Kohlenhydrat und dient den Zellen als schnell verfügbarer Energielieferant.
Das Hormon Insulin ermöglicht es der Glukose, in die Zellen zu gelangen, indem es wie ein Schlüssel das Tor der Zelle öffnet. Fehlt Insulin, kann die Glukose nicht in die Zelle eindringen und der Blutzuckerspiegel steigt. Unter- oder Überzuckerung sind Stoffwechselstörungen, die auftreten, wenn der Blutzuckerspiegel ungewöhnlich niedrig oder hoch ist. Für gesunde Menschen ohne Diabetes liegt ein normaler Glukosespiegel im nüchternen Zustand unter 100 mg/dl und zwei Stunden nach dem Essen nicht über 140 mg/dl. Während meines Selbstversuchs betrug mein durchschnittlicher Glukosewert 99 mg/dl.
Glukose-Sensor im Eigenversuch
Ich bin, wie erwähnt, bei bester Gesundheit und entschied mich aus reiner Neugier und dem Wunsch nach medizinischen Einblicken für das Glukose-Tracking. Auf sozialen Netzwerken sah ich immer wieder Beiträge zu diesem Thema und bemerkte auch, dass in London immer mehr Menschen die kleinen, runden Sensoren an ihrem Oberarm tragen, die das Glukose-Level fortlaufend messen.
Apps wie ZOE, Lingo (für den UK-Markt) und Hello Inside, die mit dem Sensor verbunden sind, analysieren die Daten und bieten direkte, leicht verständliche Einblicke in den eigenen Blutzuckerkreislauf sowie die Auswirkungen verschiedener Faktoren wie Ernährung, Sport, Schlaf und Zyklus auf die Glukosewerte.
Ein solches App ist Hello Inside, ein deutsches Start-up, das eine Plattform für metabolische Gesundheit bietet und Menschen durch Blutzuckermessungen dazu ermutigen möchte, zu verstehen, was in ihrem Körper vorgeht und welche Signale er sendet.
Im Rahmen meines zweiwöchigen Selbstversuchs spielte der Sensor eine entscheidende Rolle. Der sogenannte Continuous Glucose Monitor (CGM) ist ein kleines Gerät, das den Blutzuckerspiegel kontinuierlich überwacht und in Echtzeit misst. Der kleine Sensor, der nur 21 Millimeter im Durchmesser und 2,9 Millimeter in der Höhe misst sowie ein flexibles Filament von weniger als 0,4 Millimetern enthält, das knapp unter die Haut eingeführt wird, wird auf der Rückseite des Oberarms platziert und misst den Blutzuckerspiegel anhand der Gewebeflüssigkeit. Dabei handelt es sich um die Flüssigkeit, die die Zellen umgibt und somit ähnliche Werte wie die direkt im Blut gemessenen Werte liefert. Der kleine, aber feine Unterschied: Die Gewebeglukose entspricht nie genau dem Blutzucker, sondern liegt in der Regel etwa fünf bis 25 Minuten später vor.
Jede Minute werden die Daten vom Sensor durch die zugehörige App („FreeStyle Libre 3“-App) erfasst und zur Analyse an die App von Hello Inside übertragen. Dort werden die Daten dann ausgewertet und interpretiert, wobei auch mögliche Tipps und Einblicke gegeben werden.
Glukose-Sensor: Anwendung und Tragekomfort
Ich war vor der Anbringung des Sensors etwas nervös. Nachdem ich zahlreiche Reels, YouTube-Videos und Erfahrungsberichte gesehen hatte, wagte ich es an einem Freitagvormittag auf nüchternen Magen (die Empfehlung lautet, zwei Stunden vor und nach dem Anbringen des Sensors nichts zu essen), den Sensor an meinem Arm anzubringen. Der Vorgang selbst ist einfach durchzuführen, und die beiliegende Anleitung sowie das Videotutorial helfen, alle Unsicherheiten zu beseitigen. Trotzdem muss erwähnt werden, dass es sich um einen invasiven Vorgang handelt. Schließlich wird ein winziges Filament unter die Haut eingeführt. Das erklärt auch, warum ich nicht mein Gesicht filmen wollte, als ich den Sensor anbrachte. Ich kann jedoch alle beruhigen, die ihren Glukosewert überwachen möchten: Es tat wirklich überhaupt nicht weh. Die weiche Stelle an der Rückseite des Oberarms ist nicht sehr schmerzempfindlich, und der automatische Mechanismus zur Anbringung des Sensors ist schnell, unkompliziert und schmerzlos. Für mich ist – im Vergleich – ein Fingerstichtest an der Fingerspitze schmerzhafter als das Anbringen des Sensors.
Nachdem ich den Sensor angebracht hatte, scannte ich ihn mit der zugehörigen App, und es erfolgte die erste Messung, Kalibrierung und Initialisierung. Nach einer Stunde konnte ich offiziell minütliche Messungen verfolgen und sah meinen aktuellen Glukosewert in der App. Die Daten der Sensor-App wurden direkt an die Hello-Inside-App übertragen, und dort konnte ich nähere Infos wie Beschreibungen meiner Aktivitäten, z. B. Mittagessen, Training, Schlaf, eintragen und Details hinzufügen, die bei der Analyse und Interpretation helfen konnten. So ließen sich bestimmte Ausschläge der Glukosekurve nachvollziehen und erklären.
Glukose-Sensor: Meine Erkenntnisse
Bereits am ersten Tag fiel mir auf, wie konstant und stabil meine Kurve war. Ich ernähre mich relativ gesund, esse wenig Süßes und keine allzu großen Portionen. Trotzdem war ich überrascht, dass auch nach einem Glas Rotwein zum Abendessen meine Kurve relativ stabil blieb. Eine mögliche Erklärung könnte sein, dass ich sowohl davor als auch danach körperlich aktiv war und einen Spaziergang mit meinem Hund gemacht habe.
In den folgenden Tagen konzentrierte ich mich darauf, ständig auf die App zu schauen, um zu sehen, wie sich meine Werte nach dem Essen verhielten. Es wurde definitiv zu einer Art Sucht, ständig zu überprüfen, ob es Glukosespitzen in meiner Kurve gab, und ich nervte meine Freunde wahrscheinlich ein wenig, indem ich ihnen bei jedem Dinner, Kaffeetreffen oder After-Work-Drink meine aktuellen Werte mitteilte.
Obwohl es außer einem großen Pasta-Dinner aus Penne mit Tomatenpesto und Mozzarella sowie Parmesan und einem recht süßen Cocktail keine großen Überraschungen gab und meine Werte nahezu die gesamte Testphase über konstant blieben, habe ich definitiv viel gelernt und mitgenommen. Ich war während der Tracking-Phase viel bewusster und achtsamer, habe auch meine Schlafdaten eingetragen und viel mehr auf meine Ernährung und meine täglichen Routinen geachtet.
Zu meiner Überraschung war der Umgang mit dem Sensor sehr einfach und unkompliziert. In verschiedenen Online-Foren hatte ich gelesen, dass die Sensoren teilweise abfallen, beim Sport oder Duschen nicht halten. Ich kann das nicht bestätigen, bei mir hat er bestens gehalten und funktioniert, und abgesehen von etwas Vorsicht beim An- und Ausziehen von Shirts oder Pullovern bzw. beim Abtrocknen nach dem Duschen habe ich kaum bemerkt, dass ich einen Sensor trage. Für diejenigen, die vor allem während des Trainings oder bei anderen körperlichen Aktivitäten besonders vorsichtig sein möchten, gibt es ein Patch, das man über den Sensor kleben kann. Das Ablösen des Sensors ist übrigens ganz einfach: Man zieht ihn zusammen mit der ihn umgebenden pflasterartigen Klebefläche von der Haut ab.
War das zweiwöchige Experiment erfolgreich? Für mich gab es keine völlig neuen oder bahnbrechenden Erkenntnisse. Allerdings hatte ich das auch nicht erwartet, da ich mir meiner Ernährungsgewohnheiten bereits recht bewusst war.
Meine Achtsamkeit und mein Fokus wurden jedoch deutlich geschärft, und ich bin ein großer Befürworter der datengestützten Analyse meiner Routinen und Gesundheitsmuster. Das hat sich durch diesen Selbstversuch weiter verstärkt. Daher würde ich auch gesunden Personen mit ausgewogenen Ernährungsgewohnheiten zu einem Glukose-Tracking-Versuch raten.
Glukose-Sensor: Expertenmeinungen
Diese Einstellung unterstützt auch Natalie Grahl, Ernährungs- und Gesundheitsberaterin und
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Elina Kreuzer ist Expertin für Beauty-Rituale, die natürliche und moderne Pflege vereinen. Ihre Mission ist es, Menschen dabei zu helfen, durch einfache Tipps ihre innere und äußere Schönheit zu entfalten.
