Dschungelcamp Tag 7: „Boah, Gänsehaut!“ – Spannung und Emotionen pur!

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Von : Larissa Vogler

Dschungelcamp, Tag 7 – „Boah, Gänsehaut!“

Dschungelcamp, der siebte Tag – „Boah, Gänsehaut!“

Der siebte Tag: Plötzlich läuft alles für Sam Dylan und die Reality-TV-Gruppe im Camp – obwohl Alessia Herren in Tränen ausbricht. Nur Edith Stehfest schafft es, wirklich jedem auf die Nerven zu gehen. Sam, vor der Prüfung mit Edith: „Ich wünsche mir wirklich Lilly zurück.“

Das Essen ist bekanntermaßen der Punkt, an dem der Spaß aufhört. In unserem kleinen germanischen Lager im australischen Dschungel, wo sich zwölf mutige Teilzeit-Prominente „seelisch entblößen“ (Anna-Carina Woitschack), beginnt die spaßfreie Zone jedoch bereits beim Kochen. Zunächst gab es nichts außer Reis und Bohnen (Danke, Sam), und seit sich das geändert hat (Danke, Lilly), ist die Stimmung bei der Essensausgabe jedoch keineswegs besser.

„It’s showtime“, verkündet der Sportmoderator Jörg Dahlmann passenderweise, als die am Vortag für vier Sterne gewonnenen Lebensmittel ins Camp geliefert werden. Weder Jörg, noch Jürgen, noch Timur, noch „Löwe“ Maurice, nicht einmal der ausgebildete Koch Pierre („Koch, ja, aber in der DDR“) beteiligen sich am täglichen erbitterten „Kampf um die Kochtöpfe“, wie Jörg das Drama beschreibt. Wenn es ums Essen geht, stecken alle Camp-Mitglieder kollektiv in der Steinzeit. Um das Kochen streiten sich ausschließlich die Frauen, und das heftig. Männer sitzen daneben und sind nur für das Sprücheklopfen zuständig. Passend dazu gibt es diesmal auch keinen einzigen Vegetarier im Camp. Alles wie in alten Zeiten, nur besser?

Die Hauptfigur der Episode: Edith Stehfest, zweifellos, neu auf dem Thron der am meisten nervenden Dschungelpersönlichkeiten. Sie hat es geschafft, was angesichts der bisher überzeugenden Leistungen von Sam Dylan in der ersten Woche fast undenkbar schien: ihn vom Thron zu stoßen. Ediths Erfolgsgeheimnis: maximale Selbstüberschätzung (nicht nur, aber besonders als Köchin) kombiniert mit großer Egozentrik, übertriebenem Mitteilungsbedürfnis und Beratungsresistenz, geteilt durch maximale Anspannung. Eine Rechnung, die selbst die lebensweise und sehr ausgeglichene Nina Bott nicht lösen kann. Sie versucht verschiedene Strategien, um Edith einzudämmen: zuerst mütterlich („Ich bin 47 Jahre alt, habe vier Kinder…“), dann verständnisvoll („Vielleicht siehst du einfach überall Gespenster“), später ermahnend („Edith, der Ton macht die Musik“). Doch all das ist scheinbar sinnlos bei Frau Un-Teamfähig. „Isch hab keine Kraft mehr mich aufzuregen“, sagt irgendwann auch Mit-Köchin Alessia. Und der amtierende Camp-Weise Pierre merkt an: „Ich weiß nicht, ob Ediths Name mit Kritikfähigkeit in Verbindung gebracht werden kann.“

Nächster Spruch, Karrierebruch. Sam Dylan, nebenbei rasender Camp-Reporter mit umfassenden Klatsch-Kenntnissen, konfrontiert den ehemaligen Sportreporter Jörg Dahlmann mit seiner Vergangenheit: „Hattest du nicht mal Streit mit Sophia Thomalla?“ Jörg, natürlich dankbar für die Gelegenheit zur Sendezeit, gibt noch einmal ausführlich die Geschichte seines Rauswurfs beim Sender Sky wieder. Er erzählt, wie Thomallas damaliger Freund, der Torwart Loris Karius, eigentlich spielen sollte und dann doch nur auf der Bank saß. Dahlmann hatte das mit dem Spruch kommentiert: „Ehrlich gesagt, für eine Kuschelnacht mit Sophia würde ich mich auch auf die Bank setzen.“ Die Bemerkung findet Jörg bis heute großartig, Sophia Thomalla angeblich auch, sie habe ihm das hinterher geschrieben, behauptet Jörg. Auch Lagerfeuer-Löwe Maurice, offenbar ein Freund des gepflegten Herrenwitzes, gefällt der Spruch sehr. Sky fand das damals jedoch leider nicht so lustig. Ein weiterer flapsiger Spruch (es ging um einen Japaner und das „Land der Sushis“) – und Dahlmanns Karriere war nach fast vierzig Jahren im Fernsehen beendet. „Ich bin Null-Komma-Null-Null-Null-Rassist“, sagt er und vermutet nicht ganz zu Unrecht, dass die beiden „Vorfälle“ eher willkommener Anlass als Grund für den Arbeitgeber waren, ihn loszuwerden. Nina Bott allerdings gibt Jörgs Tirade gewohnt souverän zurück und merkt an: „Man muss vielleicht ab und zu etwas weiter denken – als nur bis zum nächsten Spruch.“

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Nackt unter Palmen. Mehr eine Pflichterfüllung als wirklich spannend: die Damen im Camp informieren sich gegenseitig darüber, wie oft sie jeweils schon im „Playboy“ waren. Zuletzt war das im Herbst 2024 Anna-Carina Woitschack, einmal auch bereits Yeliz Koc (was ihr ordentlich Hass aus der Türkei einbrachte), Nina Bott war sogar insgesamt dreimal in dem Männermagazin nackt zu sehen. Lilly Becker, überrascht: „Nina! Du dirty little girl!“ Und Lilly? Sie selbst sei oft gefragt worden, habe aber immer abgesagt. Kurzer Hinweis an Florian Boitin, den Chef des deutschen „Playboy“: Am Dschungeltelefon gab Lilly später durchaus zu erkennen, dass sie, wenn Ort und Fotograf stimmen (und vermutlich auch das mit den Scheinen) – ja, dann könnte sie sich das „vielleicht“ doch vorstellen. Wir behalten das im Auge.

Der erste Kuss, der erste Missbrauch: Ganz und gar prinzipienfest zeigte sich die Ex vom Boris bei einem Thema, das als harmloser Lagerfeuertalk anfing und dann ins Strafrechtliche abdriftete. Es ging in lockerer Runde zunächst um die Frage, wer in welchem Alter den ersten Kuss bekam. Yeliz mit 15 „beim Flaschendrehen“, Timur mit 12, Jörg mit 18. Timur: „Echt? So spät?“. Dann ging es weiter zum Thema „Das erste Mal“. Jörg: Mit 19, es sei nach ein paar Sekunden auch schon vorbei gewesen. Timur: Bei ihm sei das mit einer Lehrerin gewesen, die ihn im jährlichen Sommerurlaub mit der Familie in der Türkei verführt habe. Er habe die Frau, nicht seine eigene Lehrerin, im Vorjahr dort im Urlaub schon kennengelernt. Man habe sich Nachrichten geschrieben. Sie sei Mitte dreißig gewesen, er fünfzehn. Eine Erfahrung, die Timur „grenzwertig“ nennt, aber Lilly Becker explodieren lässt. „Das geht nicht! Kinder müssen geschützt werden!“

Pierre kann das aber noch unterbieten: Er habe bereits mit 13 erstmals mit einem Mann geschlafen, sagt er. Ein „Freund der Familie“ sei es gewesen, auch hier „Mitte dreißig“. Eine einmalige Sache, er habe es damals auch nicht als unangenehm empfunden. Der Mann habe aber schon gewusst, was er da getan hat und seitdem die Familie gemieden. Lilly: „What?“ Nina Bott: „Richtig schlimm. Nicht okay. Gar nicht okay!“ Sonja Zietlow wies abschließend darauf hin, dass es sich in beiden Fällen um Straftaten gehandelt habe – auch wenn die beiden das nicht so empfunden hätten. Soll niemand sagen, dass am Feuer im Camp und „beim RTL“ keine gesellschaftlich heißen Themen verantwortungsvoll diskutiert werden.

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Ein Weg als Martyrium. Die Prüfung hieß „Keine Uhrsache“ und das Anstrengendste für Sam, der natürlich nominiert war (wie bisher immer und immer mit den meisten Anrufen) war daran, den Gang zur Prüfung mit Edith Stehfest antreten zu müssen. Wie schlimm das war, zeigt allein die Tatsache, dass er sich am Ende Lilly Becker zurückwünschte. Stehfest, nur 1,60 groß, ist immer auf der Hut, dass sie zu kurz kommen könne. Oder dass sie generell, aber vor allem von Männern nicht ernst genommen wird. Zuvor bereits hatte sie Anna-Carina gebeichtet, sie leide unter ADHS, also dem Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom. Sie könne nur ganz schlecht all die Eindrücke „leveln“, die auf sie einstürzten, sie nicht filtern.

Was Edith aber meisterhaft konnte, zumindest an diesem Tag: Sam auf dem Weg in immer neue, komplett abstruse Diskussionen verwickeln, ihm dabei jedes Wort im Mund umzudrehen. Womit aber niemand rechnen konnte. Je mehr Edith auf- und durchdrehte in dieser Folge, umso ruhiger, abgeklärter, ja freundlicher wirkte Sam. Das „genervte Adrenalin“, welches sie allein mit ihrer Präsenz bei ihm freisetze, das habe ihm in den ersten Prüfungen gefehlt, die er vergeigt hatte, will sie ihn sogar glauben machen. Sam, kopfschüttelnd: „Nein, ganz sicher nicht.“ Eine Woche voller Prüfungen scheinen ihn zu einem reiferen Kandidaten gemacht zu haben.

Wissen hilft: die Prüfung. Sein Fazit am Ende des Weges mit Edith: „Ach du Scheiße, das kann ja nur schlimm werden.“ Ein Irrtum. Nachdem gestern ja Jürgen Hingsen im Camp das Allgemeinwissen von Löwe Maurice testete (Ergebnis: ausbaufähig), machte RTL das Gleiche nun mit Sam. Nur war das Wissen, welches Edith abfragen musste, deutlich RTL-näher. Edith bettete sich dazu in ein Lager aus Fleischabfällen und las aus Zetteln in Büchern (Ja! Beim RTL!), die daneben auf dem Nachttisch standen, zwölf Fragen vor. Sie musste zudem – von eins bis zwölf wie die Zifferblätter – jeweils bestimmen, wie viele richtige Antworten pro Frage Sam geben musste. Von eins bis zwölf. Also: „Nenne einen US-Präsidenten“ Oder: „Nenne acht Länder in Europa.“ Oder „Sage die Namen von neun Siegern von ‚Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!‘“. Sam wurde dazu zuvor auf den kistengroßen Zeiger einer Uhr geschnallt und während der Zeiger sich mit Sam drehte, fiel ihm immer auf Höhe der Zwölf neues Kleingetier in den Käfig: Mehlwürmer, grüne Ameisen, Kakerlaken, Heuschrecken. Nervig, aber immerhin keine Ratten. Die hatten zweimal zu Panik, Abbruch und null Sternen bei Sam geführt. Auch Edith wird nach jeder der zwölf Fragen für zwölf Sterne mit Kleingetier überschüttet. Die Fragen sind machbar, Sam ja nicht dumm und in Privatfernseh-Wissen bewandert. Zehn von zwölf Sternen.

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Wessen Stern stieg? Erneut der von Sam! Der Drama-King der ersten Woche scheint auf einmal im Dschungelcamp angekommen, punktet mit Wissen und Witz. Auch Schlagerstern Anna-Carina nimmt Form an, Reality-Queen Yeliz Koc hatte ebenfalls einen besseren Tag. Und Alessia Herren und Löwe Maurice spielen sich mit schlichter Art und anschlussfähigem Humor langsam und beharrlich in eine Favoritenrolle. Alessia dabei ganz offenes Herz, Maurice ganz knuffeliger Teddybär. Ihrem „großen Bruder im Camp“, Maurice, erzählte Alessia nachts bei der Wache die traumatische Geschichte vom völlig überraschenden Tod ihres Vaters, dem Ballermannsänger und Dschungel-Teilnehmer Willi Herren. Er wurde am 20. April 2021 tot in seiner Kölner Wohnung gefunden. Sie habe das gar nicht glauben können. Das letzte Mal habe sie ihn am 16. April gesehen, auf den Tag zwei Jahre später sei sie „Mama“ geworden. „Wenn ich mit meiner Tochter am Grab bin, sagt sie immer ‚Opa‘. Boah Gänsehaut.“

Was fehlte? Jürgen Hingsen! Gestern noch mehr als präsent als strenger Wissensinquisitor, der den Löwen Maurice am Nasenring durch die Manege schleift. Und heute quasi ohne Text und auch für die Dschungelprüfung – als Erster in dieser Staffel – aus gesundheitlichen Gründen gesperrt.

Wie geht es weiter: Ein letztes Mal bestimmten die Zuschauer mit ihren Anrufen, wer in die Prüfung muss. Ab morgen – Woche zwei beginnt – wird für die Kandidaten angerufen, um ihren Rauswurf zu verhindern. Das neunte Mal in Folge mit den meisten Stimmen in der Dschungelprüfung – und damit hat er den ewigen Rekord von Gisele Oppermann eingestellt: Sam Dylan. Erneut an seiner Seite: Edith Stehfest. (Dass die in allem ihren Mann Eric imitiert, Kandidat von 2022, ist ein weiterer „Painpoint“ für die zumindest in puncto „IBES“ geschichtsbewussten Camper.) Insgesamt wieder ein Match, gemacht für den Reality-TV-Himmel.

Heute geht es weiter um 20.15 Uhr bei RTL und RTL+

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