Vulvakrebs mit 27: Eine persönliche Erfahrung
Ich war 27 Jahre alt, mein Sohn war gerade neun Monate alt, und ich bemerkte einen unangenehmen Druck an meiner Vulva. Meine Jeans fühlten sich ungemütlich an und ich verspürte keine Lust auf Intimität mit meinem Ehemann. Ich vermutete zunächst, es würde sich um eine vorübergehende Irritation handeln. Mein Mann drängte mich jedoch, es ärztlich abklären zu lassen, teilweise motiviert durch den ausbleibenden Geschlechtsverkehr. Heute können wir darüber schmunzeln, obwohl das Ergebnis alles andere als lustig war.
Erste Schritte zur Diagnose von Vulvakrebs
Sechs Wochen nachdem ich die ersten Symptome bemerkte, hatte ich einen Untersuchungstermin. Es stellte sich heraus, dass das frühe Erkennen mein Glück war, denn die Symptome hätten auch unbemerkt bleiben können.
Es zeigte sich ein dunkler, geschwürähnlicher Bereich mit verbrannt wirkenden Rändern. Meine Ärztin alarmierte mich sofort: „Das sieht nicht gut aus, das muss untersucht werden.“ Es folgte eine Biopsie und die Diagnose: eine aggressive Form des Vulvakrebses, der normalerweise eher ältere Menschen betrifft.
Eine sofortige Operation war notwendig, bei der meine linke innere Vulvalippe entfernt wurde. Die Ärzte waren sich jedoch nicht sicher, ob sie den Krebs vollständig entfernt hatten, da Krebszellen migrieren können. Es bestand die Befürchtung, dass sich der Krebs bereits auf die Lymphknoten in meiner Leiste ausgebreitet hatte. Lymphknoten können laut den Ärzten nicht nur Infektionen abwehren, sondern auch Krebszellen transportieren.
Vulvakrebs kann sich über die Vulva hinaus ausbreiten
Ich musste erneut operiert werden, diesmal wurden zwei Lymphknoten entfernt und untersucht. Glücklicherweise wurde kein weiterer Krebs gefunden, und ich benötigte keine Chemotherapie oder Strahlentherapie. Die Prognose war gut, dass der Krebs vollständig entfernt worden war. Doch die Erholung nach der Operation war sehr schwierig.
Ohne die beiden Lymphknoten verlor ich Tage lang Lymphflüssigkeit, während ich mich gleichzeitig um mein kleines Baby kümmern musste. Zudem riss die OP-Narbe an meiner rechten Leiste auf, was zu einer großen, entzündeten Wunde führte. Ich musste deswegen mit einer Staphylokokken-Infektion ins Krankenhaus.
Ich hatte schon immer eine Hautkrankheit namens Lichen sclerosus, die juckende, weiße Flecken im Intimbereich verursacht. Dies hatte ich nie angesprochen, doch jetzt weiß ich, wie wichtig es ist, darüber zu sprechen. Ärzte haben festgestellt, dass es einen Zusammenhang zwischen Lichen sclerosus und Vulvakrebs gibt.
Meine zweite Krebserkrankung: Unterschiedliche Symptome
Da ich eine Vorgeschichte mit Lichen sclerosus hatte, bekam ich regelmäßige Kontrolluntersuchungen vom NHS. Im Dezember 2022, 15 Jahre nach meiner ersten Diagnose, wurde erneut Krebs diagnostiziert, obwohl die Symptome diesmal anders waren.
Beim ersten Mal sah der Krebs aus, als hätte er Brandränder. Das zweite Mal wuchs er eher wie Unkraut. Trotz aller Bemühungen, den Lichen sclerosus mit Steroiden oder Naturheilkunde zu behandeln, war er nicht wegzukriegen.
Nach einer Routine-Biopsie wurde ich kurz vor Weihnachten 2022 erneut zum MRT gebeten. Die Kommunikation war schlecht, aber schließlich erfuhr ich von meiner Ärztin: „Es tut mir leid, es ist wieder Krebs.“
Die Unsicherheit über die Feiertage war extrem belastend. Ich hatte Angst, meine Kinder nicht aufwachsen zu sehen. Nach dem Urlaub bekam ich endlich meine Scans und erfuhr, dass sich der Krebs nicht weiter ausgebreitet hatte.
Rekonstruktion der Klitorishaube: Sexuelles Empfinden nach der Erkrankung
Ich wechselte zu einem neuen Gynäkologen, John Butler, und fühlte mich sofort gut aufgehoben. Er konnte Teile meiner Klitorishaube rekonstruieren, was meine sexuelle Empfindung zum Teil wiederherstellte. Ich hatte Glück, dass die Nerven der Klitoris sich gut regenerierten.
Ich wünschte, ich hätte früher ähnliche Geschichten gehört. Sie geben Hoffnung, dass man auch nach der Erkrankung ein erfülltes Leben führen kann.
Die Genesungsphase – nicht nur körperlich, sondern auch mental eine Herausforderung
Ich habe gelernt, auf meinen Körper zu hören und Schamgefühle zu überwinden. Es ist wichtig, seinen Körper zu kennen und regelmäßige Untersuchungen nicht zu scheuen.
Ich kommuniziere offen mit meinen Kindern und sie sehen, dass es mir gut geht. Das gibt auch ihnen Sicherheit. Ich habe gelernt, auf die positiven Aspekte des Lebens zu achten und mich auf das zu konzentrieren, was mir Kraft gibt.
Krebs zu haben verändert einen. Es ist wichtig, nach einer Diagnose und Behandlung wieder zu sich selbst zu finden. Ich bin überzeugt davon, dass man die Kontrolle darüber hat, wie man auf Situationen reagiert. Ich kümmere mich um meine Vulva und liebe meinen Körper trotz allem, was er durchgemacht hat. Wir haben es gemeinsam durchgestanden und ich bin dankbar für jedes gesunde Jahr, das noch kommt.
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Elina Kreuzer ist Expertin für Beauty-Rituale, die natürliche und moderne Pflege vereinen. Ihre Mission ist es, Menschen dabei zu helfen, durch einfache Tipps ihre innere und äußere Schönheit zu entfalten.
