Darmkrebs im jungen Alter: Raquels erschütternde Geschichte
Raquel A., eine junge Frau von 33 Jahren, hätte nie gedacht, dass ihre anhaltenden Verdauungsprobleme ein Warnzeichen für Darmkrebs sein könnten.
Anfangs schrieb Raquel ihre Symptome, wie häufigen und abnormalen Stuhlgang, einem unentdeckten Reizdarmsyndrom oder einer Lebensmittelintoleranz zu. Aus Angst vor hohen Arztkosten zögerte sie, medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen und versuchte stattdessen, das Problem mit Ballaststoffzusätzen und einer Diätänderung selbst in den Griff zu bekommen. Die Beschwerden blieben jedoch bestehen. Als sie endlich einen Arzt aufsuchte, wurde zunächst eine Angststörung diagnostiziert. Erst Jahre später erhielt sie die wahre Diagnose: Darmkrebs.
Raquel teilte ihre Erfahrungen mit der Gesundheitsjournalistin Julia Ries und betonte die Notwendigkeit, über den „Gender-Health-Gap“ aufzuklären und Ratschläge für andere Betroffene zu geben.
Im Jahr 2019 fiel Raquel erstmals auf, dass etwas nicht stimmte. Sie lebte in einer WG und musste ungewöhnlich oft zur Toilette, oft bis zu zehnmal am Tag, ohne das Gefühl zu haben, wirklich erleichtert zu sein.
Sie vermutete, dass ihr Problem durch eine unzureichende Ballaststoffaufnahme verursacht sein könnte, oder möglicherweise durch ein Reizdarmsyndrom, Glutenunverträglichkeit oder Laktoseintoleranz. Um ihre Situation zu verbessern, begann sie, ihre Ernährung umzustellen und nahm zeitweise Ballaststoffpräparate ein, was zunächst zu einer Besserung führte. Drei Jahre später, 2022, kehrten die Symptome jedoch schlimmer zurück.
Raquel erlebte häufigen Stuhlgang, der bleistiftdünn und manchmal orangerot war, gelegentlich sogar mit Blutspuren. Nach Mahlzeiten fühlte sie sich extrem voll, selbst nach leichten Kost. Blähungen und Druckschmerzen im Unterbauch wurden ihre ständigen Begleiter, trotz einer glutenfreien und laktosefreien Ernährung.
Also suchte sie schließlich eine Ärztin auf. Nach längerer Wartezeit erhielt sie im Mai endlich einen Termin. Die Ärztin vermutete jedoch Stress oder eine mögliche Angststörung als Ursache und überwies Raquel an eine Psychiatrie, was sie frustriert und unverstanden zurückließ.
Rückblickend betrachtet, erkannte Raquel, dass ihre Symptome nicht ernst genug genommen wurden, möglicherweise aufgrund ihres Alters und ihres Geschlechts, was Teil des sogenannten „Gender-Health-Gap“ ist.
Die ernüchternde Diagnose und der Kampf gegen den Krebs
Drei Wochen nach ihrem Arztbesuch traten starke Unterleibsschmerzen auf, die so intensiv waren, dass Raquel befürchtete, in Ohnmacht zu fallen. Sie ging direkt in die Notaufnahme, wo die Ärzte sofort eine Computertomografie und weitere Untersuchungen anordneten. Die Ergebnisse zeigten Krebs in den Eierstöcken und der Leber – eine Folge des weit fortgeschrittenen Darmkrebses.
Es stellte sich heraus, dass der Krebs, ein Adenokarzinom, im Dickdarm begonnen hatte und metastasiert war. Raquel wurde schließlich Darmkrebs im vierten Stadium diagnostiziert. Nach einer Endoskopie und Koloskopie wurden die Therapiemöglichkeiten evaluiert. Der Tumor war bereits so groß, dass er die Untersuchungen erschwerte.
Während ihrer Chemotherapie erfuhr Raquel, dass Darmkrebs sehr langsam wächst und oft erst im fortgeschrittenen Stadium symptomatisch wird. Trotz der Chemotherapie, die ihr Leben verlängerte, war eine Heilung nicht möglich.
Raquel lernte durch ihre Erfahrung, wie wichtig es ist, für sich selbst einzustehen und bei Bedarf eine zweite Meinung einzuholen.
Raquel A. verlor ihren Kampf gegen den Darmkrebs im Sommer 2024. In ihren letzten Jahren setzte sie sich auf Instagram und TikTok für mehr Sichtbarkeit von Menschen mit Darmkrebs und für die Überwindung des „Gender-Health-Gap“ ein. Ihre Social-Media-Kanäle werden weiterhin von ihren Angehörigen gepflegt.
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